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Jahrestag
Ein Tag in der Geschichte beider Koreas

Heute vor 20 Jahren verabschiedeten Südkorea und Nordkorea am 15. Juni die Gemeinsame Süd-Nord-Erklärung. Es folgte ein historisch bedeutender Besuch des damaligen Präsidenten Kim Dae-Jung vom 13. bis 15. Juni 2000 in Pjöngjang, wo er mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Il zusammentraf.

Ziel des Abkommens war es, die innerkoreanischen Beziehungen zu verbessern und auf Frieden und Vereinigung auf der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Er sprach auch humanitäre Fragen an, vereinbarte den verstärkten Austausch getrennter Familien und die Festigung des gegenseitigen Vertrauens durch die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie den Austausch in den Bereichen Bürgerrechte, Kultur, Sport, Gesundheit, Umwelt und in allen anderen Bereichen.

Trotz des Abkommens gab es in der Folge viele Höhen und Tiefen in der Situation auf der koreanischen Halbinsel. Auch die letzten Jahre brachten viele unerwartete Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel mit sich. Nach zwei Atomtests durch Nordkorea im Jahr 2017, gefolgt von neuen UNO-Sanktionen und extremen Spannungen, wurde mit der "Friedensolympiade" in Südkorea 2018 ein neues Engagement und ein neuer Dialog eingeleitet. Es folgten mehrere Gipfeltreffen auf hoher Ebene.

Als Präsident Moon Jae-In Hand in Hand mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un den 38. Breitengrad - die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea - überquerte, dachten viele erneut, dass eine neue Ära des Friedens auf der koreanischen Halbinsel beginnen würde. Jetzt, zwei Jahre später, sind die Ergebnisse immer noch spärlich. In der vergangenen Woche erklärte Nordkorea, alle Kommunikationslinien mit Südkorea zu kappen, was nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs am 27. April 2020 und der Verabschiedung der Erklärung von Panmunjom beschlossen wurde.

Heute, am 15. Juni 2020, finden mehrere Veranstaltungen anlässlich des ersten innerkoreanischen Gipfels statt, der vor 20 Jahren stattfand. Die HSF Korea will Dialog und Austausch auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien fördern. Das Engagement im Bereich des Naturschutzes und der nachhaltigen Entwicklung ist eine Plattform, auf der Vertrauen aufgebaut werden kann. Man mag über die Ergebnisse der historischen Gipfeltreffen und Abkommen streiten, aber der Dialog ist das Instrument, um einen Vertrauensbildungsprozess einzuleiten, der die Grundstruktur für eine friedliche Koexistenz bildet. Die HSF Korea wird diesen Prozess in Südkorea und Nordkorea weiterhin unterstützen.

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