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Forum
18. Deutsch-Koreanische Forum in Berlin

Vom 18. bis zum 21. September 2019 fand in Berlin das 18. Deutsch-Koreanische Forum statt. Das diesjährige Forum stand ganz im Namen des 30 jährigen Jubiläums des Falls der Berliner Mauer. An diesem nahmen eine Reihe an Experten aus den Bereichen der Diplomatie, Politik, Wirschaft und Kultur aus beiden Ländern teil.

Dr. Bernd Seliger, Repräsentant der Hanns-Seidel-Stiftung Korea, nahm ebenfalls am Forum teil.  Der Covorsitzende des Deutsch-Koreanischen Forums, Hartmut Koschyk, konnte dabei unter anderem aktuelle und ehmalige Botschftler Koreas und Deutschland, die beiden ehmaligen Prime Minister Südkoreas Han Myeong-sook und Kim Hwang-sik ebenso wie die Vorsitzende der Deutsch-Koreanische Parlamentariergruppe des Bunderstages Katharina Landgraf begrüßen.

Am 19. September wurden für das Forum drei Sitzungen zu unterschiedlichen Themen veranstaltet. Des weiteren gab es am Nachmittag vier Arbeitsgruppen, welche sich mit den Themen Klima und Energiepolitik, Deutschlands und Koreas Rolle in Weltgesundheitsfragen, Gleichberechtigung der Geschlechter in der Wirtschaft und Wissenschaft sowie Fragen rund um Digitalisierung auseinandergesetzt haben.

Die ersten Sitzungen wurde von Prof. Choe Chung-ho, dem gründenden Stellvertreter des Deutsch-Koreanischen Forums, moderiert. Es ging dabei um die politischen Entwicklungen in Deutschland und in Korea. Hartmut Koschyk erklärte dabei den unstetigen Zustand der deutschen Politik, während sich Kim Hwang-sik mit dem Stillstand der Verhandlungen zwischen Nord und Südkorea in jüngster Zeit, der schwierigen wirtschaftichen Lage und der Mangel an Vertrauen der koreanischen Bevölkerung befasste. Im Gegensatz dazu verteidigte Kim Young-bae, welcher unter Moon Jae-in als Sekretär des blauen Hauses tätig war, den Präsidenten und betonte dessen Errungenschaften.

Die zweite Sitzung wurde von Thomas Awe, einem ehmalige Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung  moderiert. Das Thema der Sitzung war die unsichere Außenpolitik Koreas und Deutschland und wie dessen Zukunft aussieht. Der ehmalige koreanische Minister für auswärtige Angelegenheiten, Prof. Dr. Yoon Young-kwan, gab einen Überblick über die aktuellen Probleme in Korea und forderte im Anschluss nach einer stärkeren Institutionalisierung und mehr Multilateralismus um diese Probleme zu überwältigen. Prof. Dr. Gerd Sabathil, der ehmalige Asien Direktor der europäischen Union und EU-Botschaftler in Korea, befasste sich hauptsächlich mit den europäischen Konfliktlinien und verglich diese mit der Situation in Asien. Im Anschluss gab es eine lebhafte Diskussion in der Prof. Dr. Lee Eun-Jeung der Freien Universität Berlin häufigere Aktivitäten Deutschlands und Europas auf der koreanischen Peninsula durch Bildung und Kapazitätsaufbau forderte.

In der dritten Sitzung wurde der Fokus auf künstliche Intelligenz und Digitalisierung gelenkt. Die Sitzung wurde von Soyeon Schröder-Kim von NRW.Invest moderiert und die Podiumsredner waren Prof. Dr. Sang Kyun-Cha der Seoul National University und Stefan Gelbhaar MP und Vizepräsident der Deutsch-Koreanischen parlamentarischen Gruppe im Bundestag. Prof. Cha rief dabei zu einer verstärkten Zusammenarbeit Südkoreas und Deutschlands auf, vorallem bezogen auf den Machtanstieg neuer Weltmächte wie z.B China. Gelbhaar befasste sich dagegen mehr mit künstlicher Intelligenz und dessen ethischen Konsequenzen, wobei er zugestand, dass in Deutschland die Risiken oft mals stärker in den Fokus geraten als die Möglichkeiten, die uns künstliche Intelligenz bringen kann. Im Zuge dessen warb er für eine vorsichtige Anwendung von künstlicher Intelligenz, welche im Rahmen stärkerer Regulierungen durchgeführt werden soll.

Die nächste Sitzung fand an einem besonderen Ort statt; der Stiftung Berliner Mauer. Han Myoung-Sook, der ehmalige Primeminister der Republik Korea und Prof. Axel Klausmaier, Leiter der Stiftung Berlin Mauer, sowie die Mitglieder des Deutsch-Koreanischen und des Deutsch-Koreanischen Junior-Forum disskutierten darüber, im Zug der gemeinsamen Erfahrungen unter diktatorischer Herrschaft beider Länder, die jeweiligen Erinnerungspolitiken durchgeführt werden. Die Sitzung wurde von Dr. Bernhard Seliger der Hanns Seidel Stiftung Korea moderiert.

Die Nachmittagssitzung wurde Vorschlägen und Empfehlungen des Forums gewidmet, welche im Anschluss an den Präsidenten Koreas und die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschlands weitergeleitet werden.

Am Abend veranstaltete der Botschaftler Koreas, Dr. Jung Bum-Goo ein Event zur Feier des Starts des „Network Young Generation Korea – Germany”, einem Alumni-Network des Junior Forums. Zweck hinter dem Network ist es die Beziehung zwischen der jungen Generation beider Länder zu stärken.

Während des Deutsch-Koreanischen Forums hat sich Dr. Seliger noch einmal mit Dr. Jong Bumgoo, dem Botschaftler der Republik of Koreas in Deutschland, so wie Kim Inho, Delegierten für Wiedervereinigung in Botschaft der Republik Koreas in Deutschland, getroffen und sich über ihre Ansichten zur aktuellen Situation auf der koreanischen Peninsula auszutauschen.

Im Zuge des 30 jährigen Jubiläums des Berliner Mauerfalls wurde außerdem noch ein symboischer Akt durchgeführt, in dem Pflanzen aus Nord- und Südkorea gemeinsam im Garten der Matthäus Kirche in der Nähe der damaligen Berliner Mauer gepflanzt wurden sind. Die Pflanzen wachsen auf Steinen, die nach dem Vorbild des Baekdudaegan Bergs modelliert wurden sind. Dieser wird oft als symbolisches Rückgrat Koreas bezeichnet und verbindet den Süden mit dem Norden.

Als letze Veranstaltung der Woche wurde ein Kunstprjekt Deutscher und Koreanischer Künstler besucht. Dies fand in einem alten Bunker des zweitetn Weltkrieges statt und zeigte die neue Energie und Kreativität der jungen Künstler an einem ehmalig tristen Ort.

Die Hanns-Seidel Stiftung dankt dem Deutsch-Koreanischen Forum für dieses Jahr und hofft, dass auch in der Zukunft Deutschland und Korea eine enge Beziehung pflegen können.