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Berufsausbildung in Nordkorea – Aufstiegsträume in einem politisierten System
KORUM Nr 101

Als regelmäßiger Verfasser von Artikeln in der KORUM widmet sich Dr. Bernhard Seliger in der zweiten Ausgabe 2025 der beruflichen Bildung in Nordkorea. Er zeigt auf, wie Fabrikschulen, Landwirtschaftskurse und moderne Fernlernangebote zwar neue Möglichkeiten eröffnen, diese jedoch durch ideologische Vorgaben, politische Kontrolle und fehlende internationale Zusammenarbeit stark begrenzt bleiben.

Der Bericht behandelt die berufliche Ausbildung und Weiterbildung in Nordkorea, mit einem besonderen Fokus auf sogenannte „Factory Colleges“ und andere Bildungseinrichtungen. In Nordkorea existieren spezielle Schulen, die darauf ausgerichtet sind, Arbeiter und junge Erwachsene in verschiedenen Fachgebieten auszubilden, ohne dass sie ihre Arbeitsstelle vollständig aufgeben müssen. Dazu gehören unter anderem Kurse für Ingenieure, Assistenten, Fachkräfte im Hotelmanagement und weitere spezialisierte Berufsbereiche.

Ein Teil der Ausbildung erfolgt sowohl in Präsenz als auch über Fernunterricht. In einigen Einrichtungen, wie beispielsweise der Central Tree Nursery in Pjöngjang, wurde Fernunterricht eingeführt, der teilweise durch EU-finanzierte Projekte unterstützt wird.

Die berufliche Bildung in Nordkorea ist jedoch stark von der Ideologie der Kim-Dynastie und dem Juche-Prinzip geprägt, was die Bildungsfreiheit deutlich einschränkt. Zudem bestehen praktische Probleme: Eingeschränkter Internetzugang und veraltete Lehrmaterialien begrenzen den Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen und beruflichen Informationen erheblich.

Trotz dieser ideologischen und praktischen Einschränkungen verfolgt die nordkoreanische Ausbildungspolitik das Ziel, die Mehrheit der jungen Bevölkerung gezielt auf Tätigkeiten in Landwirtschaft und Industrie vorzubereiten.

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