Konferenz
Vögel, Menschen und Länder verbinden: HSS Korea auf dem Global Flyways Summit 2026
Die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) Korea nahm gemeinsam mit Partnerorganisationen wie der East Asian–Australasian Flyway Partnership (EAAFP), dem World Coastal Forum Secretariat und dem Wildlife Science and Conservation Center of Mongolia (WSCC) an dem Gipfel teil. Herr Martin Harper, Chief Executive von BirdLife International, betonte in der Eröffnungssitzung, dass ein wirksamer Schutz von Zugvogelflugrouten von der Zusammenarbeit über Länder-, Sektoren- und Gemeinschaftsgrenzen hinweg abhängt. Er verwies auf laufende Maßnahmen gegen die illegale Tötung von Vögeln und den weit verbreiteten Einsatz von Japannetzen in Südostasien sowie auf die zunehmende Nutzung von Klagen im öffentlichen Interesse durch Staatsanwaltschaften in China, um gegen Umweltschäden vorzugehen. Darüber hinaus stellte er Naturschutzmaßnahmen am Natronsee in Tansania vor, bei denen lokale Gemeinschaften eine aktive Rolle beim Schutz dieses bedeutenden Lebensraums übernehmen. Diese Beispiele verdeutlichten, dass der Schutz von Zugvogelflugrouten nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Naturschutzorganisationen erfordert, sondern ebenso die Kooperation mit Regierungen, Justiz- und Strafverfolgungsbehörden sowie lokalen Gemeinschaften.
Dr. Hyun-Ah Choi, Senior Researcher der HSS Korea, sprach im Rahmen der Sitzung „Delivering Successful Flyway Conservation: Case Studies from the East Asian–Australasian Flyway“. Sie stellte eine Fallstudie von der Koreanischen Halbinsel vor und ging dabei insbesondere auf die Bemühungen der HSS Korea ein, das öffentliche Bewusstsein zu stärken, den politischen Dialog zu unterstützen und Akteure aus dem Umweltbereich miteinander zu vernetzen.
Zugvögel verbinden weit voneinander entfernte Orte. Ihr Schutz bedeutet daher nicht nur, einzelne Lebensräume zu erhalten, sondern auch Menschen miteinander zu verbinden, Wissen auszutauschen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit aufzubauen – einschließlich zwischen Nord- und Südkorea.
Nordostasien liegt im Zentrum der East Asian–Australasian Flyway und ist Schauplatz einiger der weltweit bedeutendsten Initiativen zum Schutz von Zugvögeln. Trotz komplexer politischer und ökologischer Herausforderungen haben China, die Mongolei sowie Nord- und Südkorea Forschung, Lebensraumschutz und internationale Zusammenarbeit kontinuierlich vorangetrieben. Ein großer Teil dieser Fortschritte ist innerhalb der internationalen Naturschutzgemeinschaft jedoch weiterhin nur unzureichend sichtbar. Umso wichtiger ist es, regionale Erfahrungen stärker international zu vermitteln – nicht nur, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, sondern auch, damit das in Nordostasien entwickelte Wissen, die aufgebauten Partnerschaften und die gewonnenen Erkenntnisse umfassender zum globalen Schutz von Zugvogelflugrouten beitragen können.
Der Global Flyways Summit bekräftigte eine einfache, aber wichtige Botschaft: Zugvögel überschreiten politische Grenzen – und ihr Schutz muss dies ebenfalls tun.