Print logo
Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Konferenz
Konferenz über Strategien für geopolitische und wirtschaftliche Resilienz in Busan

Im Rahmen einer internationalen Konferenz, die mit Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung Korea stattfand, wurde in Busan der Frage nachgegangen, wie Südkorea und andere mittlere Mächte im gegenwärtigen geopolitischen Umfeld agieren, wie sie ihre wirtschaftliche Resilienz stärken und wie sie die internationale Zusammenarbeit in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung fördern können.

Am 7. und 8. Oktober 2026 kamen internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute in Busan zur gemeinsamen internationalen Konferenz „Südkorea zwischen China und den Vereinigten Staaten: Strategien für geopolitische und wirtschaftliche Resilienz“ zusammen.

Die zweitägige Konferenz fand im Busan Port International Exhibition & Convention Center statt und wurde vom Center for Glocal AI Network Research der Dong-A-Universität in Zusammenarbeit mit der Vereinigung für Internationale Studien von Ostasien (East Asian Association of International Studies) und dem Ostasien-Zentrum an der Westsächsischen Hochschule Zwickau organisiert. Mit ihrer Unterstützung der Konferenz bekräftigte die Hanns-Seidel-Stiftung Korea ihr Engagement für die Förderung des internationalen Dialogs, des wissenschaftlichen Austauschs und der regionalen Zusammenarbeit in Nordostasien.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen insbesondere Südkoreas strategische Position zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie die Auswirkungen des sich verschärfenden Wettbewerbs zwischen den Großmächten auf Nordostasien und darüber hinaus. Die Konferenz brachte Forscher und Fachleute aus Südkorea, Deutschland, Japan, China, Indonesien und weiteren Ländern zusammen und bot ein Forum für den Austausch unterschiedlicher Perspektiven auf geopolitische Rivalitäten, wirtschaftliche Sicherheit, technologischen Wandel und regionale Zusammenarbeit.

Geopolitische Rivalitäten und wirtschaftliche Unsicherheit bewältigen

Die einleitende Vortragsrunde befasste sich mit den historischen Erfahrungen Südkoreas und den Herausforderungen, angesichts wachsender internationaler Unsicherheit widerstandsfähig zu bleiben. Professor Suk-Jun Lim von der Dong-A-Universität hob die Position des Landes an einem Schnittpunkt bedeutender geopolitischer Entwicklungen hervor und betonte die Bedeutung widerstandsfähiger Lieferketten, einer pragmatischen Außenpolitik und wirksamer Regierungsführung. Darüber hinaus unterstrich er, dass nationale Resilienz über wirtschaftliche und militärische Fähigkeiten hinausgeht und wesentlich von Stärke und Anpassungsfähigkeit abhängt.

Professor Ralph Wrobel von der Westsächsischen Hochschule Zwickau brachte eine vergleichende europäische Perspektive auf geopolitischen Wettbewerb und wirtschaftliche Verflechtungen ein. Ausgehend von den europäischen Erfahrungen im Umgang mit Großmachtrivalitäten und beim Aufbau regionaler wirtschaftlicher Integration erörterte er die Herausforderungen für die Länder Nordostasiens sowie das Potenzial institutionalisierter Zusammenarbeit zur Stärkung ihrer Resilienz. Besondere Aufmerksamkeit galt den Unterschieden zwischen den europäischen und nordostasiatischen Sicherheitsstrukturen und der Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Ländern, die mit ähnlichen Verwundbarkeiten konfrontiert sind.

Resilienz durch wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit stärken

Im Verlauf der Konferenz befassten sich thematische Sitzungen mit der wachsenden Bedeutung wirtschaftlicher Sicherheit in den internationalen Beziehungen. Die Teilnehmer untersuchten Schwachstellen in globalen Energie- und Halbleiterlieferketten, Veränderungen internationaler Finanzstrukturen sowie die strategischen Handlungsoptionen von Mittelmächten wie Südkorea, Kasachstan und Indonesien.

Ein wiederkehrendes Thema war die Notwendigkeit, bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen über rein nationale Lösungsansätze hinauszugehen. Durch diversifizierte Partnerschaften, Wissensaustausch und einander ergänzende Formen multilateraler Zusammenarbeit können Staaten ihre Fähigkeit stärken, auf wirtschaftliche Störungen und geopolitische Unsicherheit zu reagieren.

Internationalen wissenschaftlichen Austausch stärken

Über die inhaltlichen Diskussionen hinaus verdeutlichte die Konferenz den Wert einer kontinuierlichen internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Der Austausch zwischen südkoreanischen und deutschen Forschern zeigte, wie sich die bilaterale Zusammenarbeit von einem überwiegend einseitigen Wissenstransfer hin zu einer stärker von Gegenseitigkeit geprägten Partnerschaft entwickelt hat, in der beide Seiten von den institutionellen, technologischen und gesellschaftlichen Erfahrungen des jeweils anderen lernen können.

Während der Austausch früher vor allem darauf ausgerichtet war, dass Südkorea von deutschen Institutionen lernte und sich an ihnen orientierte, hat sich die Beziehung zunehmend zu einer Partnerschaft des gegenseitigen Lernens entwickelt. Heute profitiert auch Deutschland von Südkoreas technologischen Fortschritten und gesellschaftlichen Erfahrungen.

Die Konferenz bot Gelegenheit, wissenschaftliche Netzwerke zu stärken, vergleichende Perspektiven auszutauschen und gemeinsame Herausforderungen über regionale Grenzen hinweg zu identifizieren. In einem zunehmend unsicheren internationalen Umfeld sind der fortgesetzte Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Forschern, Institutionen und Staaten weiterhin von entscheidender Bedeutung, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und praxisorientierte Antworten auf gemeinsame Herausforderungen zu entwickeln.