Frühjahrszug an der Han-Flussmündung
Friedliche Koexistenz während des Frühjahrszugs im Grenzgebiet der Han-Flussmündung
Seit 2018 führt die Hanns-Seidel-Stiftung Korea (HSF Korea) regelmäßige Erhebungen in zentralen Lebensräumen entlang der Han-Flussmündung durch. Dazu gehören die Feuchtgebiete von Siam-ri und Jogang-ri sowie die Insel Yu-do. Diese Aktivitäten tragen dazu bei, durch den Schutz von Zugvögeln und Biodiversität in einem der ökologisch bedeutendsten Grenzgebiete der Region eine friedliche Ordnung auf der Koreanischen Halbinsel zu fördern.
Im späten Frühjahr und Frühsommer dienen die Feuchtgebiete, Reisfelder und Wattflächen rund um die Han-Flussmündung als wichtige Rastgebiete für ziehende Wasservögel entlang der Ostasiatisch-Australasischen Zugroute (East Asian–Australasian Flyway, EAAF). Im Rahmen der laufenden Monitoring-Aktivitäten, die HSF Korea gemeinsam mit dem Sekretariat der East Asian–Australasian Flyway Partnership (EAAFP) durchführt, wurden während der Frühjahrszugperiode 2026 Erhebungen in den Gebieten Gimpo und Ganghwa vorgenommen. Obwohl die Gesamtzahl der während dieses Erhebungszeitraums erfassten Vögel im Vergleich zu den Hauptzugzeiten relativ gering war, nutzte weiterhin eine vielfältige Auswahl an Wasservogelarten die Lebensräume der Flussmündung zur Nahrungssuche und Rast. Zu den bemerkenswerten Beobachtungen gehörten der Schwarzgesichtlöffler, die Kormorane und der Chinesische Rallenreiher. Diese Ergebnisse unterstreichen die anhaltende Bedeutung der Han-Flussmündung als Rückzugsraum für Zugvögel, auch in den späteren Phasen des Frühjahrszugs. Die Erhebungen erinnerten zugleich an die besondere Spannung und Freude, die Feldarbeit mit sich bringt. Am 23. Juni 2025 dokumentierte das Team von HSF Korea in Gageum-ri einen Halsbandliest, eine Art, die in diesem Gebiet nur selten beobachtet wird. In der Hoffnung auf eine erneute Begegnung kehrten wir während der diesjährigen Erhebung früh am Morgen an den Standort zurück. Zwar gehen wir davon aus, erneut kurz einen Halsbandliest gesehen zu haben, doch war die Beobachtung leider zu flüchtig, um sie fotografisch zu dokumentieren.
Die Han-Flussmündung bleibt einer der wenigen Orte auf der Koreanischen Halbinsel, an denen Biodiversitätsschutz und Friedensförderung unmittelbar zusammentreffen. Während Zugvögel weiterhin frei über politische Grenzen hinwegziehen, erinnern sie uns an die ökologische Verbundenheit aller Länder entlang der Zugroute und an die Bedeutung, diese Lebensräume für zukünftige Generationen zu schützen.
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