Jenseits nationaler Grenzen in Asien
Grenzen als Räume der Begegnung: Eindrücke von der 8. ABRN-Konferenz in Taiwan
Die 8. Konferenz des Asian Borderlands Research Network (ABRN) mit dem Titel „Negotiating Asian Borders: Actors, Displacements, Multiplicities, Sovereignties“ fand vom 13. bis 15. Januar 2026 an der National Taiwan University in Taipeh, Taiwan, statt. An der Konferenz nahmen rund 150 Teilnehmende aus 37 Ländern teil, was die globale Bedeutung der Grenz- und Grenzraumforschung unterstrich.
Die diesjährige ABRN-Konferenz befasste sich mit gegenwärtigen Transformationen von Grenzen in physischen, maritimen und virtuellen Räumen. In den Diskussionen wurde untersucht, wie Souveränität, Zugehörigkeit und Solidarität durch technologischen Wandel, ökologische Kräfte und menschliche Mobilität neu gestaltet werden, wobei die fluide und dynamische Natur von Grenzen im asiatischen Kontext hervorgehoben wurde.
Die Teilnehmenden betonten, dass Grenzen – traditionell als Symbole von Trennung und Macht verstanden – zunehmend neu gedacht und als Räume der Verbindung statt der Abgrenzung wahrgenommen werden. Im Einklang mit dem Konferenzthema lag der Schwerpunkt der Diskussionen auf Kooperation, Vernetzung und intellektuellem Austausch statt auf Konflikt. Dabei wurden die Grenzraumforschung und der akademische Dialog in Taiwan als wichtige Plattformen zur Förderung dieser Perspektive vorgestellt.
Dr. Hyun-Ah Choi, Senior Researcherin bei HSF Korea, nahm im Rahmen des Nordostasien-Programms an der Konferenz teil, in Übereinstimmung mit dessen langjährigem Engagement für Grenzraumfragen, einschließlich Ansätzen, die das Arbeiten mit der Natur jenseits von Grenzen betonen. Die Konferenz bot wertvolle Möglichkeiten zur Stärkung internationaler Netzwerke und zur Vertiefung von Diskussionen im Zusammenhang mit SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) und unterstrich damit die Rolle von HSF Korea bei der Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit und regionalen Dialogs über nationale Grenzen hinweg.
Besonders hervorzuheben ist, dass die während der Konferenz angebotenen Lunchboxen und Erfrischungen mit Zutaten zubereitet wurden, die von Taiwans vorgelagerten Inseln Matsu, Penghu und Kinmen stammten. Als historisch bedeutende Frontlinieninseln zwischen China und Taiwan stellten sie eine symbolische Verbindung zwischen geopolitischen Grenzspannungen und alltäglichen materiellen Praktiken her und verstärkten damit den Fokus der Konferenz auf Grenzen als gelebte und erfahrene Räume.
