DVRK Journal (Ausgabe Mai 2025)
Biodiversität in Nordkorea: Neue Erkenntnisse aus dem Rason-Feuchtgebiet
Im aktuellen DVRK Journal (Ausgabe Mai 2025) hat die DVR-Korea einen umfassenden Bericht über die Bedeutung und die aktuelle Entwicklung von Feuchtbiotopen in der Region veröffentlicht. Der Partner der Hanns Seidel Stiftung in der DVRK leistet damit einen wichtigen Beitrag zum internationalen Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Trotz der anhaltenden politischen Isolation durch die COVID-19-Pandemie ist die Entwicklung im Jahr 2025 ermutigend: Der Schutz der Zugvögel und ihrer natürlichen Lebensräume bleibt ein aktives Anliegen. Der veröffentlichte Bericht befasst sich insbesondere mit dem Feuchtbiotopsreservat in Rason, einem Gebiet von großer ökologischer Bedeutung im äußersten Nordosten des Landes.
Das Reservat umfasst die Seen Manpho, Tongbonpho und Sobonpho in der Region Kulphodong im Bezirk Songbong. Diese Wasserlandschaften bilden ein ideales Rast- und Brutgebiet für zahlreiche Zugvögel. Die Region zeichnet sich durch große, regelmäßig überflutete Grasflächen aus, die eine reiche Flora beherbergen, darunter Wasserpflanzenarten, Gräser, Cyperus-Pflanzen und viele andere spezialisierte Pflanzenfamilien.
Die umliegenden Küsten- und Waldgebiete bieten zusätzlichen Schutz und Nahrung. Koniferen, Steineichen, Hundsrosen und Weigela florida dominieren hier die Landschaft. Die jüngsten Vogelzählungen sprechen für sich: Über 300 verschiedene Vogelarten wurden in diesem Gebiet dokumentiert, mehr als in jedem anderen Vogelschutzgebiet des Landes.
Neben der bemerkenswerten Avifauna bietet das Ökosystem der Rason-Region auch einer Vielzahl anderer Tierarten einen Lebensraum. Zu den beobachteten Säugetieren gehören Rehe, Eichhörnchen, Streifenhörnchen (Tamias sibiricus) und Wildkatzen. Auch im Wasser gibt es eine große Artenvielfalt: Fische, Krustentiere, Seeigel, Krebse, Seehunde und Ohrenrobben sind in den Gewässern zu finden.
Die Bedeutung von Rason wurde sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene anerkannt. Bereits 1995 wurde das Feuchtgebiet als nationales Reservat für Zugvögel deklariert. Seit 2018 ist es auch als Ramsar-Gebiet - ein international geschütztes Feuchtgebiet - registriert. Diese Ausweisungen spiegeln den weltweiten Konsens über den ökologischen Wert des Gebiets und die Notwendigkeit seines weiteren Schutzes wider.
Die kontinuierliche Verbesserung des Lebensraums ist nicht zuletzt auf die fortschrittlichen Naturschutzgesetze zurückzuführen, die den Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems sicherstellen. Damit bleibt Rason ein Schlüsselgebiet für den Schutz von Zugvogelarten und ein wichtiger Bestandteil globaler Biodiversitätsstrategien.