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Seminar
Kooperation in Umweltthemen in Nordostasien und Wege zur Schaffung von Frieden auf der koreanischen Halbinsel

Nordostasien ist auf natürliche Weise durch die Umwelt verbunden. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die Länder der Region ein gemeinsames Ökosystem haben und die verschiedensten Tierarten durch ihr Territorium wandern. Die HSS Korea und das Institute for Peace Affairs organisierten gemeinsam das Seminar zur Kooperation in Umweltthemen 2018 in Wladiwostok, Russland. Das Seminar berücksichtigte verschiedene Möglichkeiten, wie die Zusammenarbeit in der Region verbessert werden kann, sowie diskutierte inwieweit eine "Green Détente" Spannungen lösen und zu Frieden in Nordostasien führen kann.

Teilnehmer des Seminars in Bezug auf die Kooperation in Umweltthemen in Nordostasien

HSS

Das Seminar wurde mit der Rede von Dr. Shin Young-Seok, dem Vorsitzenden des Instituts für Friedensfragen, eröffnet. Er sprach über die derzeitige politische Annäherung der koreanischen Halbinseln und den Wunsch nach einer friedlichen Zukunft. Der stellvertretende Bürgermeister von Artyom, Den Gan Gun, moderierte das Seminar und begrüßte alle Teilnehmer während seiner Rede. Young-Soo Kim, Projektmanager der Hanns Seidel Stiftung Korea, hielt die Eröffnungsrede an Stelle von Dr. Bernhard Seliger, Repräsentant der HSS Korea, der leider aus Zeitgründen nicht am Seminar teilnehmen konnte. Er sprach über eine grenzüberschreitende und nachhaltige Entwicklung im "Goldenen Dreieck" bestehend aus Russland, China und Korea. Er wies darauf hin, dass "wo immer sich Länder treffen und Grenzen bestehen, es zu Einschränkungen des Personen- und Warenverkehrs kommt, jedoch auch Möglichkeiten für Handel und Austausch". In seiner Rede stellte er auch die regional bestehenden Herausforderungen der drei Nachbarländer vor in Bezug auf das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Umweltschutz und Chancen für eine einzigartige Biodiversität, die Grenzregionen bietet.

Prof. Woo Jongchoon von der Kangwon National University

Prof. Woo Jongchoon von der Kangwon National University

HSS

Die erste Sitzung befasste sich mit der ökologischen Zusammenarbeit und der wirtschaftlichen Entwicklung in Nordostasien. Prof. Woo Jongchoon von der Kangwon National University stellte den aktuellen Stand, die Aufgaben der Überprüfung der Umweltkooperation sowie die Geschichte der Aufforstung in Südkorea vor. Die südkoreanischen Wälder wurden durch die japanische Kolonialisierung sowie den Koreakrieg zerstört . 1967 wurde der koreanische Forstdienst gegründet, und der erste 10-jährige Wiederaufforstungsplan wurde aufgestellt. Aufgrund einer nationalen Kampagne sowie gemeinsamer Anstrengungen führten diese Aktionen bis heute zu einer Verelfachung der Waldbestände. Interessanterweise wurde Anfang 2010 in Nordkorea eine ähnliche Kampagne gestartet. Da die Abholzung in der DVR Korea nach wie vor ein großes Problem darstellt, ist dies derzeit ein wichtiger Themenbereich für Gespräche über die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea. Prof. Woo, der selbst in Deutschland ausgebildet wurde, betonte auch die Bedeutung internationaler Unterstützung, z.B. aus Deutschland, bei Aufforstungsmaßnahmen, die es bereits in den 1970er Jahren in Südkorea gab und nun heute in Nordkorea.

Felix Glenk, Projektmanager für DPR Korea, mit Prof. Woo Jongchoon von der Kangwon National University

HSS

In der zweiten Sitzung wurden die Chancen für eine Wiederherstellung der Umwelt und einer nachhaltigen Entwicklung in Nordkorea untersucht. Felix Glenk, Projektleiter der DVR Korea der Hanns Seidel Stiftung, stellte die Projekte sowie die Erfahrungen aus der Arbeit in Nordkorea in den letzten 15 Jahren vor. Unter anderem hat die HSS Korea mit Mitteln der Europäischen Union ein Projekt zur nachhaltigen Aufforstung durchgeführt, um die Lebensbedingungen in ländlichen Gebieten des Landes zu verbessern. Darüber hinaus hat die Stiftung die Integration Nordkoreas in internationale Umweltnetzwerke unterstützt, was zum Beitritt Nordkoreas zur Ramsar-Konvention der Vereinten Nationen über Feuchtbiotope von internationaler Bedeutung, und zur ostasiatisch-australasischen Flyway-Partnerschaft, sowie zur Mitgliedschaft des Ministeriums für Umwelt und Bodenschutz in der internationalen Union für Naturschutz führte. In diesem Rahmen und den Netzwerken kann die Möglichkeit für Diskussionen und gemeinsame Anstrengungen mit internationalen Partnern, insbesondere in Nordostasien, genutzt werden, um Umweltprobleme als globale Aufgabe anzugehen. 

Banner für das Seminar in Wladiwostok

HSS

Am Nachmittag fanden umfassende Diskussionen zum Thema Umweltschutz statt, so dass Vertreter aus Südkorea, China und Russland nach Möglichkeiten suchen konnten, diesen in ihren jeweiligen Regionen und über die Grenzen hinweg zu verbessern. Ein Schwerpunkt lag auf dem grenzüberschreitenden Ökosystem zwischen dem Rason Zugvogel Reservat und den Feuchtbiotopen auf der gegenüberliegenden Seite der Grenze in Russland und China. In dieser Hinsicht war Nordkorea das erste Land, das ein Schutzgebiet ausgewiesen hat. Darüber hinaus besteht ein erhebliches Potenzial, dass in Zukunft ein gemeinsames grenzüberschreitendes Schutzgebiet ausgewiesen wird, da dies der einzige Weg ist, das gesamte Ökosystem nachhaltig zu schützen. Dies wäre auch für die in der Region lebende Bevölkerung von Vorteil, die stark von den Ökosystemleistungen der Feuchtbiotope abhängig ist, und würde auch eine Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Ländern, die an das Gebiet des "Goldenen Dreiecks", ermöglichen.