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Sondervortrag
Ökonomie und Natur in Nordkorea

Die UniKorea Foundation setzt sich für die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zwischen den beiden Koreanischen Staaten ein. Felix Glenk, Projektmanager für Nordkorea bei der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) in Korea, hielt am 20. Februar 2020 eine Vorlesung bei der UniKorea Foundation, welche von internationalen Praktikanten und Mitarbeitern der Organisation besucht wurde. Thema waren sowohl die aktuellen ökonomischen Veränderungen in Nordkorea als auch die Zusammenarbeit im Naturschutz. Durch die Veranstaltung sollte ein besseres Verständnis über den Status und die aktuellen Veränderungen in Nordkorea zu ermöglicht werden.

So führte Glenk als Beispiel die Sonderwirtschaftszone Rason an, welche eine von über 20 Sonderwirtschaftszonen Nordkoreas ist. Gleichzeitig sind die Feuchtbiotope um Rason auch Lebensraum für Zugvogelarten. Seit 2018 ist die Stadt als erstes Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung.  

In Bezug auf die innerkoreanische Kooperation zum Thema Umwelt, wies Glenk auf die Wichtigkeit der Wiederaufforstung Nordkoreas, sowie auf die Erhaltung von nordkoreanischen Feuchtbiotopen und des Schutzes gefährdeter Vogelarten hin.

Als Folge der massiven Abholzung sind große Teile der Wälder stark geschrumpft, sodass Nordkorea anfällig für Naturkatastrophen geworden ist. Zwischen 1990 und 2015 sind rund 40% der nationalen Waldflächen verschwunden (Weltbank 2017). Gründe dafür sind die Verwendung von Holz als Brennstoff sowie die Kultivierung von landwirtschaftlich genutzten Flächen auf Hügeln und Bergen. Um das Umweltbewusstsein und entsprechende Kapazitäten zu erhöhen, organisiert die HSS Veranstaltungen mit Einheimischen und Experten aus dem Ausland vor Ort. Das Ziel ist die Wiedereingliederung Nordkoreas in internationale Netzwerke und ein zunehmender Austausch mit internationalen Organisationen. Viele veranstaltete Schulungen, Seminare und Workshops haben das Ziel, das Thema Forstwirtschaft als Plattform für die internationale Zusammenarbeit zu nutzen. Diese Zusammenarbeit soll zur Modernisierung des Forstsektors auf institutioneller und professioneller Ebene beitragen. Des Weiteren sollen so Vorteile für eine gesunde Umwelt und die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung in Nordkorea geschaffen werden.

Um die Erhaltung von Feuchtbiotopen in Nordkorea zu unterstützen, führt die HSS ein Projekt mit verschiedenen internationalen Partnern durch, um das Wissen und die Fähigkeiten von Entscheidungsträgern in Umweltfragen zu verbessern. Darüber hinaus soll ein Bewusstsein für die Bedeutsamkeit der Feuchtbiotope geschaffen, aber auch Fachwissen transferiert werden. Bereits erreichte Erfolge sind der Beitritt Nordkoreas zur Ramsar-Konvention und zur Ostasiatisch-Australasischen Fluglinienpartnerschaft (EAAFP), sowie die Veröffentlichung der ersten aktualisierten Ausgabe des National Wetland Inventory seit mehr als 20 Jahren. Ein weiteres Ziel ist der Schutz gefährdeter Vogelarten wie beispielsweiße der Löffelstrandläufer, die Uferschnepfe und verschiedene Kranicharten. Diese wandernden Wasservögel brauchen internationale Zusammenarbeit, um eine sichere Reise und einen geschützten Lebensraum zu haben. Am Ende des Vortrags hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Glenk Fragen zum Thema zu stellen.