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Webinar
Nexus und SDGs auf der koreanischen Halbinsel

Um jungen Fachleuten trotz der anhaltenden globalen Pandemie eine Bühne für den Austausch von Wissen und Ideen zu bieten, fand am 28. September 2020 das zweite Webinar statt, das vom OJeong Eco-Resilience Institute (OJERI) und dem Mid Latitude Region Network (MLRN) zusammen mit der Hanns-Seidel-Stiftung Korea unter dem Titel "Nexus and SDGs on the Korean Peninsula" organisiert wurde.

HSS Korea

Das zweite Webinar wurde von Professor Woo-Kyun Lee, Direktor von OJERI und MLRN, moderiert und bot vier Präsentationen. Die ersten beiden, die unter anderem von Dr. Bernhard Seliger (Vertreter der HSF Korea) gehalten wurden, befassten sich mit der aktiven Umsetzung von Hilfsmaßnahmen in Nordkorea. Die zweiten beiden, die von Hyun-Woo Jo und Jiwon Kim, beides Doktoranden der Korea-Universität, gehalten wurden, befassten sich mit wissenschaftlicher Hintergrundforschung.
In seinem Vortrag über die Risikominderung bei Naturkatastrophen in Nordkorea stellte Dr. Seliger die verschiedenen Naturgefahren vor, die Nordkorea jährlich treffen, darunter Überschwemmungen, Dürre, hitzebedingte Waldbrände, extreme Kälte im Winter usw. Er betonte auch die Rolle der Waldrodung als Ursache und gleichzeitig auch als Folge von Waldbränden. In den letzten zehn Jahren hat sich die Reaktionsfähigkeit auf Katastrophen offenbar verbessert, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass sich das Bewusstsein der Entscheidungsträger verbessert hat. In diesem Zusammenhang unterstrich Dr. Seliger die neue Strategie der DVRK zur Reduzierung des Katastrophenrisikos, die Ende 2009 verabschiedet wurde und Pläne zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit enthält. Dies sei ein wichtiger Faktor, so Seliger, da es ein Einstiegspunkt für die internationale Zusammenarbeit mit dem isolierten Land auf Grundlage der Katastrophenvorsorge sein könne. Darüber hinaus könne die internationale Zusammenarbeit unter bestimmten Bedingungen auch den Weg für bestimmte innerkoreanische Kooperationen ebnen.

Der zweite Referent gab einen detaillierten Überblick über die Arbeit einer deutschen NGO, die sich für die Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion in Nordkorea durch den Import von Technologie (Maschinen) und den Aufbau von Wissenskapazitäten eingesetzt hat. Er sagte, dass sich die Arbeit der NGOs zwar positiv auf die Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung gegen Naturkatastrophen auswirke, Wirtschaftssanktionen jedoch negative Auswirkungen auf die humanitäre Hilfe hätten. Schließlich gaben Hyun-Woo Jo und Jiwon Kim, beide Doktoranden an der Korea-Universität, ausführliche Einführungen in ihre Forschungsprojekte zu den Themen "Anwendung des diagnostischen Modells zur Vorhersage von Dürre auf der koreanischen Halbinsel" und "Entwicklung eines Systems zur Bewertung von Wasser, Nahrungsmitteln und Energie auf der Grundlage räumlich-zeitlicher Informationen zur Umsetzung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung".

In einer Schlussdiskussion betonten die Teilnehmer, dass eine Fusion von aktiver Umsetzung und wissenschaftlicher Hintergrundforschung Hand in Hand gehen muss, um bestmögliche Hilfe zu ermöglichen, da Prognose- und/oder Diagnosesysteme helfen können, die Ergebnisse besser vorherzusagen. Darüber hinaus ist es bemerkenswert, dass die SDGs als Einstiegspunkt für die gegenseitige Zusammenarbeit identifiziert wurden, um durch Informations- und Wissensaustausch ein besseres gegenseitiges Verständnis zu erreichen. Sich auf die Wissenschaft zu konzentrieren und die Politik beiseite zu lassen, bietet kleine gemeinsame Zugänge für die Zusammenarbeit und den Austausch mit Nordkorea.