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Regionales Entwicklungsforum
Grenzen im eigenen Land - Chancen der Wiedervereinigung

Am Mittwoch, den 19.12.2018 fand im Pressecenter von Seoul eine Konferenz zu dem Thema Friedensbeginn im Grenzgebiet statt. Bei dieser Gelegenheit hielt, neben vielen anderen prominenten Sprechern, auch Dr. Seliger von der HSS einen kurzen Vortrag über die Entwicklung des ehemaligen Todesstreifen - die ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen der DDR und der BRD.

Kim Hyun Gi vom Ministerium für Inneres und Sicherheit richtet die Begrüßungsworte and alle Anwesenden

HSS

Zu Beginn der Konferenz richtete der Präsident der Seoul Shinmun, Ko Kwang Heon einige Begrüßungsworte an die Versammelten, gefolgt von drei weiteren Glückwunschreden, gehalten unter anderem vom Vorsitz des Kommunalausschusses der Provinz Gyeonggi, Kim Doo-Kwan, sowie einem Mitglied der Nationalversammlung Kim Sung Won und dem stellvertretenden Minister für öffentliche Verwaltung und Sicherheit Kim Bu-Keung. Den Beginn der Vortragsreihe machte Bürgermeister Jeong Ha-Young der Stadt Gimpo, einer Stadt nahe der DMZ (Demilitärisierte Zone), mit einer Presentation über die Rolle und Aufgaben der lokalen Regierung in der Grenzregion der koreanischen Halbinsel, bei der verschiedene Projekte im Namen des Friedens innerhalb der Grenzregion vorgestellt wurden. Als zweiter Redner kam Lee Han-Ju, Direktor des Gyeonggi-Foschungsinstitut, über die Rolle und die Erwartungen der nördlichen Gyeonggi-Region, gefolgt von Yuk Dong-Han, Direktor des Kangwon-Instituts, mit seinem Vortrag über die aktuellen Themen und Entwicklungspläne des Grenzgebiets in der Provinz Gangwon. Der darauf folgende Vortrag von Park Kyung-Yeol von der Abteilung für Tourismusforschung am Korea Culture Tourism Institute stellte die neue Richtung der Tourismusförderung im DMZ-Grenzgebiet vor, im besonderen Hinblick auf das Image der poltisch aufgelandenen Region. 

Dr. Seliger gibt Denkanstöße zum Thema DMZ

HSS

Der letzte Vortrag wurde von Herrn Dr. Seliger gehalten. Sein Thema war die Veränderungen im Grenzgebiet zwischen Ost- und Westdeutschland vor und nach der Wiedervereinigung als Beispiel für eine mögliche Zukunft der DMZ. Deutschland ist mit seiner eigenen Geschichte der Teilung ein gutes Anschauungsmaterial für die Koreaner, weshalb Dr. Seliger diesen Vortrag nutzte, einige Vorschläge für einen möglichen Umgang mit der DMZ zu machen. So sprach er etwa darüber, dass die BRD damals kaum militärische Anlagen auf ihrer Seite der Grenze gehabt hätte, da man die Meinung vertrat, Flüchtlinge aus dem Osten sollten die Möglichkeit haben herein zu kommen, und etweilige Flüchtlinge in die andere Richtung sollten ruhig gehen, wenn sie meinten, es in der DDR besser zu haben. Es stellt sich die Frage, warum Südkorea es nicht genauso hält. Warum Leute, die zurück in den Norden wollen, aufhalten? Dr. Seliger sprach auch über die wirtschaftlichen Maßnahmen, die nach der Wiedervereinigung innerhalb der Grenzregion vorgenommen wurden und betonte dabei die Wichtigkeit von Ansiedlungen neuer Industrien mit Qualitätsprodukten. Unterstrichen wurde außerdem das erfolgreiche Naturschutzprogramm des sogenannten „Grünen Bandes“, das als Vorbild für Naturschutzparks in ganz Europa gilt, sowie die Schwierigkeiten der Wiederverbindung zwischen Ost und West im Bezug auf Straßen und andere Verkehrswege. Es wurde jedoch auch erwähnt, was bis heute getan werden muss und wie wichtig es ist, die Bürger an allen Entwicklungen teilhaben zu lassen. Dr. Seliger endete den Vortrag mit einem Apell an alle Anwesenden, sich nicht zu sehr auf das Imitieren von anderen Städten zu konzentrieren, sondern sich mehr auf die eigenen Stärken und den Appeal des eigenen Landes zu verlassen und zu versuchen über diese internationale Wichtigkeit zu erreichen. 

Zum Schluss der Konferenz gab es noch eine Podiumsdiskussion, bei der Yun Hu-Deok, Mitglied der Nationalversammlung der Stadt Paju, den Vorsitz führte. Die anderen Redner waren Park Hyung-Bae aus dem Ministerium für öffentliche Verwaltung und Sicherheit, Lee Woe-Hee, Direktorin des Northern Research Centers Gyeonggi, Kim Bum-Soo, Forscher des Kangwon Research Centers, Lim Chang-Yong, Redakteur der Seoul Shinmun und Hong Sung-Woon aus der Abteilung für Tourismusförderung des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus‘.