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Subregionales Training
Feuchtgebietsmanagement für die Standortmanager des Gelben Meeres

Der Schutz von Feuchtgebieten entlang des Gelben/Westmeeres hat in den letzten Jahren stark an Aufmerksamkeit gewonnen und das Bewusstsein dafür deutlich zugenommen, während gleichzeitig rund 66% der intertidalen Feuchtgebiete im Gelben/Westmeer in den letzten 50 Jahren verloren gegangen sind. Diese Zahl ist alarmierend, aber mehrere Organisationen wie die Ramsar-Konvention, die East Asian - Australasian Flyway Partnership (EAAFP) und die International Union of Nature (IUCN) haben dem Thema höchste Priorität eingeräumt. Unter anderem wurde eine Arbeitsgruppe zur Erhaltung des Wattengebiets am Gelben Meer und der damit verbundenen Küstenfeuchtgebiete eingerichtet, die am 9. Juli 2018 zum ersten Mal tagte. Die HSF Korea unterstützt diese Bemühungen und die regionale Zusammenarbeit in Nordostasien aktiv. Unmittelbar nach dem Gruppentreffen, bei dem es um die Verbesserung der Koordination der Naturschutzbemühungen in der Region ging, wurde ein Training für Feuchtgebietsmanager gestartet, um die Kompetenzen auf lokaler Ebene zu verbessern. Die Fortbildung dauerte vom 10. bis 13. Juli 2018. Die HSF Korea unterstützte die Teilnahme einer Delegation der DPR Korea.

Suh Seung Oh, verantwortlicher Direktor für das Ramsar Regionalzentrum Ostasien, eröffnet den Workshop

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Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit für die Verbesserung des Umweltschutzes entlang des Gelben Meeres

Herr Suh Seung Oh, Exekutivdirektor des Regionalzentrums Ramsar - Ostasien, eröffnete den Workshop mit seinen Ausführungen, in denen er die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit auf allen Ebenen zur Verbesserung des Umweltschutzes entlang des Gelben Meeres betonte. Die erste Sitzung konzentrierte sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Während Sangjin Lee vom Yellow Sea Large Marine Ecosystem (YSLME) Projekt ein laufendes Projekt in der Region vorstellte, das auf maritime Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen abzielt, stellte Jens Enemark vom Wattenmeer-Grenzgebiet Ramsar einen Fall aus Europa vor, der als Modell für aktuelle Bemühungen in Nordostasien sehr relevant ist.

Felix Glenk, Projektleiter für DPR Korea der Hanns-Seidel-Stiftung, berichtet auf Exkursion von der Aktivitäten der HSS

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Engagement der Hanns-Seidel-Stiftung im Bereich Feuchtgebiete und Biodiversität

Die zweite Sitzung mit dem Titel "Aktivitäten im Gelben Meer" begann mit einem Vortrag von Herrn Felix Glenk, Projektleiter für DPR Korea der Hanns-Seidel-Stiftung. Er stellte die Aktivitäten der Stiftung und vieler gemeinsamer Partner im Bereich Feuchtgebiete und Biodiversitätsschutz vor. Seit dem Nationalen Workshop in Pjöngjang im Jahr 2015 hat die Stiftung zahlreiche Biodiversitätsstudien, Schulungen, Workshops und regionale Konferenzen unterstützt, um die Integration der DPR Korea in das internationale Umweltnetzwerk zu unterstützen. Dies trug zum Beitritt des Landes zur Ramsar-Konvention und zur east Asian - Australasian Flyway-Partnership im Jahr 2018 bei. Zwei enge Partner der HSF Korea in diesem Projekt, Dr. Lew Young von EAAFP und Raphael Glemet von der IUCN, fügten anschließend die Perspektiven ihrer Organisationen hinzu und betonten die Bedeutung internationaler Netzwerke für einen erfolgreichen Umweltschutz.

Die Teilnehmer bei der Fortbildung

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Kommunikation, Capacity Building und Bewusstseinsbildung

Die dritte Sitzung folgte dann mit Vorträgen von Herrn Yamme Leung, Direktor für Bildung des World Wide Fund for Nature (WWF) - Hongkong über Kommunikation, Capacity Building, Bildung, Partizipation und Bewusstseinsbildung. Lew Young erklärte dann dem Publikum, wie man das Informationsblatt für die Ramsar-Feuchtgebiete aktualisiert. Raphael Glemet führte das Ramsar Site Management Effectiveness Tracking Tool ein. Am zweiten Tag des Workshops wurde Robert McInnes, Direktor von RM Wetlands, eingeladen, die Standortmanager über die Rapid Assessment of Wetland Ecosystem Services (RAWES) vorzustellen und zu schulen. Das Tool ist ein Ansatz für Standortmanager und die lokale Bevölkerung, um die Ökosystemleistungen von Feuchtgebieten besser zu verstehen und zu analysieren, z.B. die Bereitstellung von Frischwasser, Nahrungsmitteln, Rohfasern und Brennstoffen oder die Regulierung des lokalen und globalen Klimas sowie der Luftqualität.

Volgelbeobachtung an der Jangtse-Mündung

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Exkursion in das Chongmin Dongtan Naturreservat und an die Jangtse-Mündung

Eine Exkursion führte das Publikum dann in das Chongming Dongtan Naturreservat. Bei einem Besuch des örtlichen Feuchtgebietszentrums wurde der Standort den internationalen Teilnehmern vorgestellt. Das Ramsar-Feuchtgebiet ist international wichtig und arbeitet eng mit dem WWF China und anderen internationalen Umweltorganisationen zusammen, um den wichtigen Lebensraum für Vögel, die Dienstleistungen, die es für die lokale Bevölkerung in diesem Gebiet bietet, zu erhalten und das Gebiet als Drehscheibe für Bildung und Bewusstseinsbildung zu nutzen. Später besuchte die Gruppe einen Vogelbeobachtungspunkt direkt am Ufer des Gelben Meeres, wo der Jangtse in das Gelbe Meer mündet. Es ist diese Mündung, die als Zwischenstation und Rastplatz für viele verschiedene Arten dient. Schließlich besuchten die Delegierten ein Projekt des WWF China und entdeckten einen weiteren beeindruckenden Teil des Feuchtgebietes. Der letzte Tag diente dem Informationsaustausch und der Vorstellung der wichtigsten Herausforderungen der Ramsar-Sites entlang des Gelben / Westlichen Meeres, bevor die Teilnehmer in ihre Heimatländer zurückkehrten.